Jugendliche
Jugendliche haben zahlreiche Entwicklungsaufgaben
zu bewältigen. Hierzu gehören u. a.
Akzeptieren
der eigenen körperlichen Erscheinung und
effektive Nutzung des
Körpers
Erwerb der
männlichen bzw. weiblichen Rolle
Erwerb
neuer reiferer Beziehungen zu Altersgenossen
beiderlei Geschlechts
Gewinnung emotionaler
Unabhängigkeit von Eltern und Erwachsenen
Vorbereitung
auf die berufliche Karriere
Gewinnung
eines sozial verantwortlichen Verhaltens
Aufbau
von Wertesystem und ethischem Bewusstsein als
Richtschnur für
eigenes
Verhalten
Über sich
selbst im Bilde sein
Aufnahme intimer
Beziehungen zum Partner
Entwicklung
einer Zukunftsperspektive
Identität ist daher das zentrale Thema des Jugendalters.
Identität ist das Bild und das Gefühl, das ich von „mir
selbst“ habe.
Identität
Ich
sehe mich
Ich werde von anderen gesehen
Ich sehe, dass ich von anderen gesehen werde
In der Therapie ist es oft erforderlich Raum für Denken und Verstehen
zu schaffen, der allen Beteiligten Orientierung und Sicherheit gibt, die Integration
der verschiedenen Bemühungen zu fördern und realistische Ziele zu
setzen. Der übertriebene Aktivismus vieler Erwachsener in diesem Zusammenhang
ist oft ein Zeichen dafür, dass sie ernste, nicht immer lösbare
Probleme nicht anerkennen wollen und diese so abzuwehren versuchen.
Aktuelle Vorkommnisse dominieren häufig die Sicht
des Jugendlichen und damit zunächst auch den therapeutischen Prozess.
Ob und wie Eltern in Therapie mit einbezogen werden und können
ist wesentlich mit dem/der Jugendlichen zu diskutieren und gemeinsam
festzulegen. Insgesamt lernt der/die Jugendliche prozesshaft sein/ihr
eigenes Leben zu verstehen.
Therapie wird von Jugendlichen nicht getrennt betrachtet
von einem familiären und ggf. pädagogischen Alltag in einem Heim
oder einer Wohngruppe. Dabei wird der Therapeut als greifbare Person und
als ein klar erkennbares Gegenüber benötigt. Jugendliche Provokationen
gehören zu seiner/ihrer „normalen“ Ausdrucksform und
damit zum normalen Umgang.
Es ist hilfreich, sich nicht nur an vorhandenen Problemen,
sondern gerade und auch an den erlebbaren und nutzbaren Ressourcen
zu orientieren. Dies passiert auch hier unter Berücksichtigung der Beziehung von Therapeut
und Jugendlichem/r. Der/die Jugendliche benötigt eine Wertschätzung
seiner/ihrer Lebensgeschichte und ein Verständnis der Therapie als
Hilfe zur Selbsthilfe. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei dem/der Jugendlichen
als „ExpertIn in eigener Sache“ zu. Manche Ziele sind hier
eher bescheiden, dafür aber realistisch erreichbar.