Kindertherapie

Konzept

Der Therapeut steht beständig im partiellen Engagement. Er partizipiert an der Lebenswelt des Kindes, seiner Erlebniswelt, seiner Spielkultur, ohne dabei sein Erwachsensein, auf das das Kind ja angewiesen ist, aufzugeben. Besondere Sorgfalt gilt der Erfassung des Bezugssystems der Familie. Bei den Erziehungszielen, Erziehungsstilen, Spielkulturen geht es um eine Annäherung zwischen den Konzepten des Therapeuten und denen der Familie - hier muss vermittelt werden. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern viele lebbare Möglichkeiten. Außerdem geht das Kind nach der Stunde wieder zurück in die Familie, es darf nicht zusätzlich unter Druck gesetzt werden. Die Lebensweltanalyse ist zentral, da hieraus das therapeutische Curriculum entwickelt wird, d. h. die therapeutischen Grob- und Feinziele bestimmen die Interventionen.
Auch hier - eine phänomenologisch - strukturelle Vorgehensweise.

Beziehung
bildet den Hintergrund für Wachstum, für die Bildung, Formung und Vervollkommnung von Identität. Sie schließt das Wiederkehrende und das Mögliche und Neue mit ein, kennt Elemente wie Echtheit, Reife, Verantwortung für den anderen.

 

Kindertherapie

richtet sich am Entwicklungsgeschehen aus. Das Kind benötigt eine fördernde
Umwelt
.

muss eindeutige, klare Kommunikation bieten und heilende Atmosphären
schaffen
.

versucht, das Expressive, Künstlerische im Kinde durch ko-kreatives Tun zu
fördern, zuentwickeln, und es wieder zu wecken und wieder zur Entfaltung zu
bringen.

Entwicklung ist ein Geschehen zwischen Innen und Außen. Sie braucht eine
Matrix, braucht Szenen, Atmosphären, Boden, auf dem sich Wachstum vollziehen kann. Ständige Entwurzelung und Verpflanzung führt in die Krankheit.

 

Kreative Ausdrucksformen

Kinästhetische Sinne

Tanz und Pantomime

Gehör

Musikalisches, Gesang und Sprachgestaltung

Auge

Farben, Malen

Visuelles und Taktiles

Plastisches, Formendes

Geruch und Geschmack

Experimentieren mit Speisen

Die Sinne können durch Repressionen oder einfach durch nicht fördernde Erziehung zum
Verstummen gebracht werden; und damit hört auch das Unbewusste auf zu sprechen.
Das Unbewusste als Potential wird dann zunehmend unzugänglicher.

Das Kind macht dann seinen eigenen Körper zur Plastik. Es wird zur Skulptur, an
dem die Symptome Ornamente bilden, die Ausdruck körperlicher und seelischer Not sind.

In der Therapie wird versucht, dem Kind die Sprache der Expression in den Medien wiederzugeben, um dem Unbewussten einen anderen Ausdruckskörper zu verleihen, so dass sich das Bedrohliche und Bedrückende zeigen kann. Das Verdrängte tritt in die Awareness, es wird mitgeteilt und kann deshalb geteilt werden, und damit beginnt die Heilung.


Leibliche Grundbedürfnisse

Das Kind benötigt für eine gedeihliche Entwicklung die ausreichende Erfüllung seiner Grundbedürfnisse. Einen Mangel oder ein gänzliches Fehlen (oder auch ein zu viel an Störungen und Reizen) in einem dieser Bereiche kann das Kind auf Dauer allein nicht kompensieren.

Essen (Was? Wann?)

Schlafen (Rhythmus, ausreichend lang, zur „richtigen“ Zeit)

Ruhe (regelmäßige „Aus-Zeiten“ im Tages- und Wochenverlauf)

Bewegung (regelmäßig, nicht zuviel, nicht zuwenig)

Hobbys (kreativer Ausgleich)

Ordnung (stabiles, verlässliches, eindeutiges Umfeld)

Sicherheit (bei Wohnen/Umfeld/Finanzen)

Computerspiele/Gameboy/Playstation, usw.:

Quantität
Qualität

wie lange?
welche Spiele?

Körperliche Herausforderungen (ist das Kind gesund, bzgl. Augen/ Ohren/
Bewegungsapparat/ Allergien/ Nahrungsmittelverträglichkeiten/ Atmung/
Sprachvermögen/ Verarbeitungsvermögen?)


Erziehungsaufgaben

Das Kind benötigt ebenfalls soziale und emotionale Hilfen und Strukturen durch die Bezugsperson(-en).

Grenzen setzen
Fördern und fordern
Emotionale Zuwendung
Hilfe und Unterstützung in überfordernden Auseinandersetzungen (z. B.
gegenüber Gruppen oder Erwachsenen)
Bezugs- und Orientierungspersonen
Hilfe in Krisen
Krankheit, Trennung und Störungen der erwachsenen Bezugspersonen


In der Kindertherapie wird ein sicherer, geschützter Ort („safe place“) benötigt, sowie gute „innerer Bilder, Beistände, Helfer und Orte“. Das muss bereitgestellt, bzw. erarbeitet werden.


© 2003 PPOS - Psychotherapeutische Praxis Oliver Staniszewski