Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) umfasst ätiologisch orientierte Therapieformen, mit welchen die unbewusste Psychodynamik aktuell wirksamer Konflikte und Problematiken unter Beachtung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand behandelt werden. Die TP umfasst damit ein breites Spektrum von Therapieformen, die mit der Psychoanalyse eine gemeinsame Theorie der Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen teilt. Von hier ausgehend erweitert sie diese Theorie konstruktiv und entwickelt sie weiter.
In einem zeitlich abgesteckten Rahmen werden Hilfen bei der Bewältigung oder Verringerung von Problemen und auftretenden Symptomen angeboten.

TP ist insbesondere wirksam wenn

aktuelle Probleme bearbeitet werden sollen, die in intrapsychischen oder
interpersonellen Konfliktsituationen aufgetreten sind

körperliche Erkrankungen vorliegen und die Problematik (mit) ausgelöst oder
zumindest negativ beeinflusst haben und weiter eine positive Entwicklung
verhindern

die für eine Lösung der Problematik erforderliche Selbstreflexion und
Einsichtsfähigkeit nicht oder noch nicht vorhanden ist

die Gefahr besteht, dass es zu einer Schwächung des Vertrauens in die
eigene Problemlösungsfähigkeit kommt

eine Verbesserung der Akzeptanz und Anpassung an die Realität angestrebt
wird

ür eine Besserung der Problematik eine umfassende Umstrukturierung der
Persönlichkeit nicht
gewünscht wird oder nicht möglich ist

zeitliche, räumliche oder soziale Bedingungen die Behandlung mit ihrer
üblichen Frequenz ( zwischen 1x/Woche bis 1x/Monat) sinnvoll scheinen
lassen

ein breites Spektrum therapietechnischer Elemente benötigt wird, wie Kreativ-
Bewegungs- und Familientherapie, u. v. m.




HILARION PETZOLD entwickelte Ende der 60er Jahre die Integrative Therapie (IT). Die IT stützt sich im Wesentlichen auf die Arbeiten eines weiteren Freudschülers, des Ungars FERENCZI. Er entwickelte in seinen Arbeiten über die „Elastizität der psychoanalytischen Technik“ und mit seinen „Kinderanalysen mit Erwachsenen“ Kernkonzepte tiefenpsychologischer Theorie und Methodik. Der Ansatz wurde von seinem Schüler ILJINE weiterentwickelt und modifiziert. Weiterhin begründet sich der Ansatz der IT auf das Psychodrama von MORENO und Methoden aus der Gestalttherapie. Die genannten Verfahren werden in einem verbindenden Konzept integriert.


Die IT versucht

den Menschen zum besseren Verständnis seiner selbst zu verhelfen,

seine
Beziehungsfähigkeit zu verbessern und

seine schöpferischen Kräfte zu fördern.

Die IT bedient sich anthropologischer Kernkonzepte und entwicklungstheoretischer Annahmen, die es ermöglichen, den Menschen in seinem Lebensganzen, von seiner Geburt bis zu seinem Tod zu sehen und zu begreifen (live-span-development-approach). Somit wird in der Therapie das Individuum in seinen Beziehungen zu Anderen, seiner Lebenswelt und seiner Lebenszeit betrachtet.

Im Sinne einer progredierenden Analyse und mit Hilfe der prozessualen Diagnostik kommt es zu einer Suche nach prävalent pathogenen Milieus und salutogenetischen Wirk- und Schutzmechanismen. Pathologie wird hierbei nicht monokausal, sondern als multiple Genese mit einer Vielzahl von Einflüssen verstanden, die in ihrer Gesamtheit pathogen wirken können.

In einem projektiven und sozialen Atom soll durch korrigierende emotionale und kognitive Erfahrungen heilsame Sozialisation konstituiert werden.

Es kommt zu Koexistenz von Klient/Patient und Therapeut, die intersubjektiv bekräftigt wird und in der intersubjektives Handeln gelingen kann.


© 2003 PPOS - Psychotherapeutische Praxis Oliver Staniszewski